Rinchnacher Pilgerwege

Ein Pilger macht sich auf den Weg zu einem Wallfahrtsort, an dem er die Nähe Gottes in besonderer Weise spüren darf. Dabei ist nicht der Weg schon das Ziel. Der Pilgerweg hat ein Ziel. Es ist ein bestimmter Ort, der aber immer auf Gott verweist, der die Erfüllung und das Ziel unseres irdischen Lebensweges ist.

Rinchnach liegt am sog. "Gunthersteig" - ein Pilgerweg, der Niederaltaich und Gutwasser miteinander verbindet. Seit 1580 pilgern Rinchnacher nach Neukirchen b. Hl. Blut. Seit dem 19. Jahrhundert gehört auch der "Heilige Berg" in Pribram zu den Wallfahrtszielen. Selbstverständlich zieht auch der Wallfahrtsort Altötting immer wieder Gläubige aus Klouster an.

 

Pilgern auf dem Gunthersteig

Der Gunthersteig verbindet Niederaltaich mit Gutwasser, er schlägt eine Brücke von Bayern nach Böhmen. Der hl. Gunther hat diesen Weg begründet. Selbst als der Eiserne Vorhang eine unüberwindbare Grenze darstellte, waren Pilger aus Rinchnach - getarnt als Teilnehmer einer naturwissenschaftlichen Exkursion - auf dem Weg nach Gutwasser. Heute ist es viel einfacher, nach Böhmen zu gelangen. Jedes Jahr am 2. Sonntag nach Pfingsten brechen Gläubige in Scheuereck auf, um betend und singend die Guntherkirche in Gutwasser zu erreichen. Dort wird um 13.30 Uhr ein zweisprachiger Pilgergottesdienst gefeiert.

Die Guntherkirche - von den Kommunisten über viele Jahre hinweg als Munitionsdepot zweckentfremdet - wird von Jahr zu Jahr schöner. Böhmisch-bayerische Initiativen machen es möglich, diese Kirche immer mehr erstrahlen zu lassen. Die Glaskünstlerin Vladena Tesarova schuf eine einzigartige Ausstattung aus Glas.

Das ehemalige Pfarrhaus in Gutwasser steht als deutsch-tschechisches Begegnungshaus Pilgern und Wanderern offen.

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Pilgern nach Neukirchen b. Hl. Blut

Am Tag nach Christi Himmelfahrt brechen frühmorgens Gläubige aus der Pfarrei Rinchnach auf. Ziel ihrer Wallfahrt ist das Gnadenbild von Neukirchen b. Hl. Blut. Im Jahr 1580 legten die Rinchnacher das Gelübde ab, Jahr für Jahr nach Neukirchen zu pilgern. Im Laufe der Geschichte gab es mehrere Unterbrechungen, doch wurde dieses Versprechen nie vergessen. Die Wallfahrt beginnt um 4.30 Uhr mit der Aussendung in der Pfarrkirche. Um 8.00 Uhr besteht v.a. für Jugendliche die Möglichkeit, von der Schule aus mit dem Bus nach Sommerau zu fahren und dort mit der Wallfahrt zu beginnen. Wer den Pilgerweg zu Fuß nicht zurücklegen kann ist eingeladen, um 14.00 Uhr mit dem Bus nach Neukirchen zu fahren. Abfahrt ist am P&R-Platz. Um 17.00 Uhr beginnt das Pilgeramt in der Wallfahrtskirche in Neukirchen. Anschließend fahren zwei Busse zurück nach Rinchnach. Für den Pilgerweg zurück bricht am Samstag um 5.30 Uhr in Rinchnach auf. Die Wallfahrer werden dann gegen 16.15 Uhr in der Pfarrkirche in Rinchnach empfangen.

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Pilgern auf den "Heiligen Berg"

Im 19. Jahrhundert machten Volksmissionare die Menschen im Bayerischen Wald mit dem "Heiligen Berg" Böhmens bekannt. In der Folge entstand in vielen Pfarreien die Tradition, zu Fuß ins Böhmische Pribram zu pilgern. Die beiden Weltkriege beendeten diese Pilgerwege. Gläubige aus Rinchnach haben noch zu Zeiten des Eisernen Vorhangs die Wallfahrt zum "Svata Hora" wiederbelebt. Heute sind es v.a. die Senioren aus dem Pfarrverband Rinchnach-Kirchdorf, die sich alle zwei Jahre mit dem Bus auf den Weg nach Böhmen machen und zu Füßen des Gnadenbildes Gottesdienst feiern.

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